Die 7 schönsten Strände Kubas: von Havanna bis Holguín

Warum Kubas Strände mehr bieten als Karibik-Klischees

Kuba gilt als Strandparadies, doch hinter den Postkartenmotiven verbergen sich echte Unterschiede. Die Nordküste zeigt sich rau und historisch geprägt, die Südküste entwickelt sich erst langsam für den Tourismus. Wir stellen Ihnen sieben Strände vor, die sich durch konkrete Qualitäten auszeichnen – ob für Schnorchler, Historiker oder Ruhesuchende.

Varadero: Kubas touristische Infrastruktur auf einen Blick

Varadero liegt auf der Halbinsel Hicacos, rund 140 Kilometer östlich von Havanna. Mit über 50 Hotels und 20 Kilometern feinem Sandstrand ist es das etablierteste Badeziel des Landes. Die Wassertemperatur liegt das ganze Jahr zwischen 24 und 29 Grad.

Was Varadero konkret bietet

  • Parque Josone: Ein 9 Hektar großer Park mit Restaurants und Ruderbooten, drei Gehminuten vom Strand entfernt
  • Cuevas de Bellamar: Tropfsteinhöhlen, 30 Kilometer landeinwärts, Führungen täglich um 9, 11 und 14 Uhr
  • Tagesschnorchelausflüge zu Korallenriffen, meist inklusive Transfer ab 35 CUC

Der Nachteil: Varadero fühlt sich an wie ein getrennter Raum. Wer echtes Kuba sucht, findet hier wenig. Wer jedoch direkten Flug, All-Inclusive-Optionen und deutschsprachige Reiseleitung benötigt, wird hier am besten bedient.

Playa Paraíso und Playa Sirena: Cayo Largo del Sur

Cayo Largo gehört zu den Inseln der Canarreos-Archipels, 177 Kilometer südlich der Hauptinsel. Die Strände Playa Paraíso und Playa Sirena liegen nur zwei Kilometer voneinander entfernt, unterscheiden sich aber deutlich.

Playa Paraíso erstreckt sich über fünf Kilometer und bleibt selbst in der Hochsaison menschenleer. Die Sandbank zieht sich flach ins türkisfarbene Wasser – ideal für Läufer und Solitäre. Playa Sirena bietet dagegen eine kleine Marina, einen einzigen Strandrestaurant und gelegentlich Besuche von Meeresschildkröten zwischen Mai und Oktober.

Die Anreise erfolgt ausschließlich per Flug ab Havanna (ca. 45 Minuten) oder Varadero. Auf der Insel gibt es keine Einheimischen, keine historischen Gebäude, nur Hotels und Natur. Das ist reduziert, aber nicht authentisch kubanisch.

Cayo Guillermo: Wo Hemingway fischte

Nördlich von Ciego de Ávila liegt Cayo Guillermo, mit einer Brücke an die Hauptinsel angebunden. Ernest Hemingway verbrachte hier die Winters 1932 und 1933 auf seiner Yacht “Pilar”. Der Strand Playa Pilar wurde nach seiner Bootskundin benannt.

Die Besonderheit: eine 400 Meter lange Sandbank, die bei Ebbe zu Fuß erreichbar ist. Die Wassertiefe bleibt hier auf 50 Metern Länge unter einem Meter. Dahinter beginnt ein Korallenriff mit mehr als 30 identifizierten Fischarten.

Die drei vorhandenen Hotels (Iberostar, Meliá, Pullman) liegen verteilt über die Insel. Zwischen ihnen erstreckt sich unberührter Küstenwald. Fahrräder werden kostenlos an die Gäste ausgegeben.

Playa Maguana: Baracoas versteckter Strand

Östlich von Baracoa, am Fuße des El Yunque-Bergmassivs, liegt Playa Maguana. Die Anfahrt über eine 20 Kilometer lange Küstenstraße dauert 30 Minuten ab dem Stadtzentrum. Der Strand selbst misst 800 Meter Länge, gesäumt von Kokospalmen und zwei Familienrestaurants.

Das Wasser bleibt hier durch einen nach Norden gerichteten Strom kühler als anderswo – etwa 23 Grad im Januar. Dafür ist der Strand praktisch leer. Die Restaurants servieren frischen Fisch (Lubina, oft aus dem eigenen Fang) zu Preisen zwischen 8 und 12 CUC.

Baracoa selbst ist nur per Flug oder über die kurvige La Farola-Passstraße erreichbar. Wer Playa Maguana besucht, sollte mindestens drei Tage einplanen, um den Anfahrtsaufwand zu rechtfertigen.

Playa Ancón: Historie trifft Karibik

Drei Kilometer südlich von Trinidad liegt Playa Ancón. Der Strand ist 2,5 Kilometer lang und relativ schmal – bei Springflut verschwinden manche Abschnitte komplett. Die historische Kolonialstadt Trinidad liegt jedoch nur 15 Minuten mit dem Taxi entfernt.

Das ermöglicht eine Kombination, die sonst selten ist: Morgens Schnorcheln am Riff (Equipment-Verleih am Strand, 10 CUC pro Tag), Nachmittags Spaziergang durch kubanische Kolonialgeschichte. Der Turm des Palacio Cantero bietet einen Blick über Dächer und Meer.

Die Hotels am Playa Ancón gehören zum mittleren Preissegment. Günstigere Casa Particulars finden sich in Trinidad selbst, mit täglicher Taxifahrt zum Strand (ca. 8 CUC hin und zurück).

Übersicht: Die Strände im Vergleich

Strand Region Beste Reisezeit Stärken Schwächen
Varadero Matanzas November–April Infrastruktur, Direktflüge Massentourismus, wenig Authentizität
Playa Paraíso Cayo Largo Dezember–Mai Absolute Ruhe, Wassertemperatur Anreise aufwendig, keine Kultur
Playa Pilar Cayo Guillermo November–Mai Flache Sandbank, Schnorcheln Hohe Hotelpreise, begrenzte Auswahl
Playa Maguana Guantánamo März–Juli Einsamkeit, Kombination mit Baracoa Kühles Wasser, schwierige Anreise
Playa Ancón Sancti Spíritus November–Mai Nähe zu Trinidad Schmaler Strand, Gezeiten

Praktische Entscheidungshilfe

Bei der Wahl des Strandes sollten Sie drei Fragen klären: Wie wichtig ist Ihnen kultureller Kontext? Welchen Anreiseaufwand tolerieren Sie? Und benötigen Sie deutsche Sprache vor Ort?

Für Erstbesucher mit begrenzter Zeit empfehlen wir Playa Ancón oder Varadero. Wer Kuba schon kennt und Natur priorisiert, findet in Playa Paraíso oder Playa Maguana das Richtige. Cayo Guillermo eignet sich für Paare, die Aktivitäten und Entspannung in gleichem Maß suchen.

Denken Sie daran: Kubas echte Küchenkunst erleben Sie nicht in den All-Inclusive-Restaurants. Buchen Sie mindestens zwei Abende in Paladares oder bei Casa-Particular-Gastgebern ein – auch wenn Ihr Hotel vollpension verlangt.